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Teil 2 des Stadtrundgangs

Weimar > Stadtrundgang

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Im Haus daneben wohnte für zwei Jahre Friedrich Schiller. Und der 1822 aufgestellte gusseiserne Goethebrunnen stammt von Clemens Wenzelslaus Coudray – dient heute noch den Abiturienten zur nassen Taufe. Einmal den Namen Coudray erwähnt, könnte ebenfalls ein interessanter Fußmarsch auf den Spuren Coudrays erfolgen. Zahlreiche Gebäude in Weimar entstammen den Ideen des berühmten Architekten und bereichern heute noch das Stadtbild. Ein Abstecher in den nur wenige Gehminuten entfernte Historischen Friedhof sowie die im Mittelpunkt stehende, von 1822-1827 von Coudray erbaute Fürstengruft mit den Särgen von Goethe und Schiller lohnt. Gleichfalls in wenigen Minuten erreichen wir das liebenswerte Lizst-Haus. Der Hofkapellmeister Franz Lizst (seit 1842 ) siedelte 1848 nach Weimar und gab der Stadt mit seinem Wirken wichtige Impulse.

Doch wir befinden uns noch am Frauenplan und achten auf das Kopfsteinpflaster, das die nach Osten führende Seifengasse säumt. Diese enge Gasse öffnet sich mit nach etwa 200 Metern. Zu unserer rechten berühren wir fast die Mauern der Weimarer Mal- und Zeichenschule, deren Wurzeln bis ins Jahr 1775 zurück reichen. Heute noch werden vielfältige Kursangebote unterbreitet, befinden sich außerdem im attraktiven Gebäude Wohnungen, Fremdenpension sowie seit 1996 das Goethe-Institut. Goethes Freundin, Charlotte von Stein wohnte in dem Komplex 51 Jahre.
Nur noch wenige Schritte trennen uns vom Park an der Ilm, der seine Entstehung wiederum den durchgreifenden Veränderungen, die mit der Regierungszeit des Herzogs Carl Augusts und dem Eintreffen von Goethe einsetzten, verdankt.
Als Vorbild stand der Wörlitzer Park. Der Mensch sollte die Natur respektieren und durch bauliche Elemente lediglich ergänzend und gestaltend einwirken.
So bieten sich das Nadelöhr, Borkenhäuschen, Künstliche Ruine, Römisches Haus oder der Schlangenstein zum Wanderziel.

Ruinen am Goethepark

Beim Wandeln durch den Park sollte auch das Goethe-Gartenhaus gedacht werden. Bis 1782 diente das Geschenk des Herzogs Carl August an Goethe sogar als Hauptwohnsitz. Eng verbunden mit der Natur entstanden in dem schlichten Gebäude mit einfacher Einrichtung solch bekannte Gedichte wie „An den Mond“ oder „Hoffnung“. Aber auch wesentliche Teile von „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“, „Iphigenie“, „Egmont“ u.v.m. wurden in diesem Hause zu Papier gebracht.
Im Kulturstadtjahr 1999 entstand eine Kopie des Goethe-Gartenhauses im Park. Dieses vollkommenen mit dem Original identische Haus zog neben den anderen 1000 Veranstaltungen im Jahre 1999 Millionen Menschen ins thüringische Weimar und kann heute in der Kurstadt Bad Sulza besichtigt werden.
Beim Ausflug in den Park sollten wir Zeit, Ruhe und Muße mitbringen.

Goethe- Gartenhaus

Wir jedoch befinden uns, da noch viel auf uns wartet, im Stadtkern staunen über einen alten Ginkgo-Baum, der prächtig im ehemaligen Fürstengarten gedeiht und wahrscheinlich im Jahre 1813 angepflanzt wurde. Goethe widmete dem Ginkgo biloba (japanisch Silberaprikose) ein Gedicht, das man im Buch Suleika nachlesen kann. Die zweilappigen Blätter werden oft von den Touristen aufgelesen und gelten in Weimar als Souvenir in vielen Formen. Wir lassen das Fürstenhaus hinter uns und stehen prompt auf dem Platz der Demokratie, der seinen Namen erst nach dem 2. Weltkrieg bekam. Früher hieß der Platz Fürstenplatz, sicherlich zurecht, denn eins der attraktivsten Häuser am Platz ist das Fürstenhaus, das die herzogliche Familie Carl August nach dem Schlossbrand fast 32 Jahre bewohnte. Seit 1951 nutzt die Musikhochschule „Franz Liszt“ die attraktiven Räume und heute noch dringt Musik auf die Straße, wenn die Fenster geöffnet sind. Das mittig stehende Bronze-Reiterstandbild (1857), das Adolf Donndorf schuf, das Carl August in Generalsuniform mit Lorbeerkranz zeigt, richtet seinen Blick auf das Weimarer Stadtschloss.

Schon Ende des 10. Jahrhunderts befand sich am gleichen Platz eine Wasserburg. Nach Bränden erfolgte der Wiederaufbau. Besonders Goethe gab nach dem verheerenden Brand 1774 entscheidende Anstöße für den Aufbau. Er vermittelte auch klassizistische Architekten wie August Arens, Nicolaus Friedrich Touret, Heinrich Gentz. Seine endgültige Gestalt erhielt der Komplex 1913/14 durch die Schließung des bis dahin zum Park geöffneten Hofes mittels Querbaus. Interessante Räume, wie die Falkengalerie, das Treppenhaus und der Festsaal, auch Weißer Saal genannt, ziehen jährlich tausend Gäste an.
Seit 1923 werden die Räume museal genutzt, auch hochkarätige Wechselsausstellungen treffen den Geschmack der Weimarer und Gäste.
Zur Rechten des Reiterstandbildes entdecken wir nur die Hüllen der berühmten Anna-Amalia-Bibliothek. Eine Brandkatastrophe stürzte die Liebhaber des Weltkulturerbes in Fassungslosigkeit. Die groß angelegte Spendenwelle überschüttet nun die Stiftung mit den notwendigen Geldern, ermöglicht einen schrittweisen Wiederaufbau des attraktiven Gebäudes, aber auch die Anschaffung wichtiger verloren gegangener Schätze und die Restaurierung geretteter Bücher.

Doch lassen Sie uns ins Herzstück der Stadt, zum Marktplatz laufen.
Ein freundlicher Blick trifft die Bachbüste. Der Hoforganist, Violonist und Konzertmeister (seit 1717) Johann Sebastian Bach weilte neun Jahre in Weimar, bis er nach einem Entlassungsgesuch verhaft wurde und anschließend die Stadt Richtung Köthen, verließ. Wenige Schritte nur noch und wir befinden uns auf dem Marktplatz. Ursprünglich war der Herderplatz der zentrale Ort, um 1300 jedoch wich man auf diesen neuen Platz aus. Er wurde sogar für höfische Turniere genutzt, zuletzt jedoch um 1535. Die Pflasterung des Marktes erfolgte erst 1554.
Aus dieser Zeit stammen auch bemerkenswerte Renaissancebauten an der Ostseite wie das Cranachhaus aus dem Jahre 1549. Ein in Stein gehauenes Wappen mit einer geflügelten Schlange beweist Cranachs einjährige Wohnstätte. An der Südseite lädt der seit 1540 stattliche Gasthof „Zum schwarzen Bären“ ein.

Reiterstatue Carl August

Das 1696 als Gasthaus gegründete heutige Hotel Elephant ist ein an der Steller älterer Häuser aufgeführter Neubau. Die nördliche Begrenzung wurde durch einen verheerenden Bombenhagel 1945 zerstört und 1988/93 wieder aufgebaut.
In die Platzwand sind die rekonstruierten Fassaden von vier Renaissancehäusern eingefügt, darunter die mit einem prächtige Erker versehene Fassade der ehemaligen Hof- und Stadtapotheke. Davor befindet sich der seit 1774 von einer Neptunsfigur bekrönte Marktbrunnen, den wir auch Neptunbrunnen nennen.

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